Neue Kommission für IRU in NRW

Neue Kommission für IRU in NRW

Nordrhein-Westfalen hat dem islamischen Religionsunterricht eine neue organisatorische Grundlage gegeben. Seit Montag, den 17.05.2021, steht die neue Kommission mit Vertretern von sechs islamischen Religionsgemeinschaften in NRW nun in einem bundesweit einmaligen Modell als Ansprechpartner für den bekenntnisorientierten Unterricht zur Verfügung. Das Gremium kann seine Arbeit jetzt analog zur Beteiligung der Kirchen beim katholischen und evangelischen Religionsunterricht aufnehmen.

Die sechs islamischen Gemeinschaften in NRW stellen jeweils ein Mitglied und einen Stellvertreter für das Gremium: Der Ditib (Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion),  der Verband der Islamischen Kulturzentren (VIKZ), die Islamische Religionsgemeinschaft NRW, das Bündnis Marokkanische Gemeinde (BMG), die Islamische Gemeinschaft der Bosniaken (IGBD) und die Union der Islamisch-Albanischen Zentren.

Diese Religionsgemeinschaften haben die Voraussetzung für eine Aufnahme in die Kommission erfüllt, dass sie in der Zusammenarbeit beim Islamischen Religionsunterricht eigenständig und staatsunabhängig seien und die Verfassungsprinzipien achten.

In der neuen Kommission gibt es anders als im ehemaligen Beitrat keine vom Ministerium bestimmten Mitglieder mehr, und auch die Zahl der Sitze ist nicht mehr begrenzt. Neben den derzeit sechs Organisationen können also weitere aufgenommen werden, sofern sie die Verfassungsprinzipien achten, landesweit tätig, sowie eigenständig und staatsunabhängig sind. Die jeweilige Organisation verpflichtet sich in einem öffentlich-rechtlichen Vertrag mit dem Land zur Einhaltung dieser im Schulgesetz geregelt Vorgaben.

Die neue Kommission vertritt laut Ministerium die Interessen und Anliegen der islamischen Organisationen bei dem ordentlichen Unterrichtsfach. Konkret geht es um eine Beteiligung bei der Genehmigung von Lehrbüchern.

Außerdem sollen sie über die religiöse Unterrichtserlaubnis / Idschaza für die Pädagogen entscheiden. Zudem sollen sie «religiöses Einvernehmen» herstellen bei Kernlehrplänen, die in staatlicher Verantwortung erarbeitet würden, was in naher Zukunft nicht der Fall sein wird, da die Kernlehrpläne für IRU nach dem religiösen Einvernehmen neulich in Kraft getreten und auf dem neusten Stand sind.

Derzeit erhalten knapp 22 000 Schüler an 260 Schulen in Nordrhein-Westfalen islamischen Religionsunterricht von 300 Lehrkräften. Der Unterricht liegt in der Verantwortung des Landes. Er werde von in Deutschland ausgebildeten Religionslehrern erteilt, betonte Gebauer. Muslimische Schüler hätten ein Recht darauf. Es würden dabei auch Kenntnisse über andere Religionen vermittelt. «Das schützt vor Vorurteilen und schärft den Blick.» Offenheit, Toleranz und Respekt gegenüber anderen Religionen und Anschauungen sollten gestärkt werden, schilderte die Ministerin.

 

 

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